Sommer im Böhmerwald

 

(…..)  nichts ging bei uns zuhause verloren. Alles was Feld, Wald und Garten hergaben,
wurde verwendet. Im nahe gelegenen Wald, mussten wir Kinder vor Schulbeginn
schon Pilze sammeln. Dies hatte seinen Grund, denn Vater und Mutter hatten so früh
im Kuh- und Schweinestall ihre Arbeit zu verrichten und wir konnten suchen, bei den
besten Pilzplätzen, wir waren schon da, bevor andere diese aufsuchten.

Die vielen Stockpilze mit ihrem starken Duft faszinierten mich, sie waren an alten
Baumstümpfen zu finden. Unsere Ausbeute betand aus Steinpilzen, Rotkappen, Kuhpilzen,
Maronen und Pfifferlingen / Rehlinge, Rehgeiß). Die schönsten waren die braunen.
Ausgerüstet war ich mit einem rechteckigen Spankorb und einem kleinen Küchenmesser.
Die geflochtenen handlichen Körbe wurden in den 60er Jahren in der Spankörbe Fabrik
Franz Brandl ( Kitil Säge ) nähe Thürnstein hergestellt und mit Lastwagen-Anhängern zum
Lamer Bahnhof zum Weitertransport auf Wagggons verladen, wo sie in ganz Deutschland
Abnehmer fanden. Die Frauen leisteten zur damaligen Zeit Schwerstarbeit.
Da hieß es um 2 Uhr morgens aufstehen, mit der hölzernen Heidelbeerkiste am Rücken
das Mittelgebirge am Öd Riegel ( Kaitersberg, Eck Riedelstein sowie zum Osser auf 1293 Meter ) aufsteigen, um Heidelbeeren zu pflücken, die der Aufkäufer sogleich zum Bahnhof transportierte. Zwei Eisenbahnwaggons waren beladen mit abgedeckten Spankörben, versehen mit der persönlichen Empfängeradresse. Meist ging die Fracht in der schlechten Zeit nach Berlin.

 

Um etwas an Gewicht herauszuschinden, tauchte so manche der Sammlerinnen die Heidelbeeren vorher ins Wasser oder versteckte am Gefäßboden ein paar Steine. Anschließend gingen die Frauen zu den Bauern, um bei der Feld- und Wiesenarbeit die Furche Krtoffeln über das Jahr verteilt abzuarbeiten (…..).

Auszug aus den „Lebenslinien" von Alois Breu , Heimatdichter aus dem Bayer. Wald

 

 

Lebenserinnerungen des Friseurmeisters Louis Breu.

Aufgewachsen auf einem Einödhof im Bayerischen Wald, macht sich Louis Breu, nach seiner Lehre als Friseur, auf den Weg in die Welt.

 

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